Die PflegeversicherungSGB XI

Pflegestufe, wo werde ich eingeordnet?

Über die Entscheidung in welcher Pflegestufe man eingestuft wird, sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Hier möchten wir, Ihnen einige Infos geben bzw. hinweisen:

Strittig ist oft die "voraussichtliche Dauer".

Der §14 des SGB XI legt fest, das die Pflegekassen nur zahlen dürfen, wenn es absehbar ist, das für länger als sechs Monate Pflegebedarf besteht.

Bei der Entscheidung über die Pflegestufe wird sehr viel Wert darauf gelegt, wie viele Minuten täglich pflegerische Hilfen in Anspruch genommen werden müssen. Dabei werden vor allem Zeiten anerkannt, die für Körperpflege, Toilettengänge, Kleiden, die Nahrungsaufnahme und die Begleitung zu diesen Tätigkeiten ("Grundpflege") benötigt werden.

Darüber hinaus wird noch die Zeit für die hauswirtschaftliche Hilfe anerkannt ... das ist aber in der Regel unstrittig.

Hier eine kurze Übersicht zu den Pflegstufen:

Stufe 0                                        Stufe I                 Stufe II           Stufe III

 

insgesamt mind.                                    90 min                 180 min            300 min

f. d. Grundpflege mind.                         46 min                 120 min            240 min

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Pflegestufe 0

Als die Pflegeversicherung eingeführt wurde, musste entschieden werden, wer in welchem Umfang Leistungen bekommen kann. Dazu wurden drei Pflegestufen eingeführt. Es wurden politische Entscheidungen getroffen, um die Ausgaben zu begrenzen. Bei der Einstufung wird ein deutlicher Schwerpunkt auf den Bereich der Grundpflege gelegt. Es wird berücksichtigt, was nötig ist, um Körperpflege, Kleidung, Toilettengänge, Nahrungsaufnahme und dazu benötigten Wege zu bewältigen. Hilfen bei der Freizeitgestaltung, allgemeine Beaufsichtigung und Betreuung, aber auch ärztlich verordnete Maßnahmen der häuslichen Krankenpflege spielen bei der Einstufung kaum eine Rolle.

Um die Pflegestufe 1

zu erreichen, müssen regelmäßig und auf Dauer, täglich und durchschnittlich mindestens 90 Minuten Hilfe geleistet werden und davon müssen mindestens 46 Minuten auf mindestens zwei Verrichtungen der Grundpflege entfallen.

Viele Menschen, die regelmäßig Unterstützung brauchen, um in den eigenen vier Wänden bleiben zu können, sind nicht auf so umfangreiche Hilfen angewiesen.

Menschen, denen bei der Begutachtung eine "eingeschränkte Alltagskompetenz" (siehe BRi, Seiten 40-1) bescheinigt wurde, können seit 2008 bis zu 2400 Euro pro Jahr für die Nutzung gerontopsychiatrischer Zusatzangebote in Anspruch nehmen – auch wenn ihnen nicht die Pflegestufe I zugesprochen wurde. Darüber hinaus können auch die Beratungsbesuche (§ 37(3) SGB XI) in Anspruch genommen werden. In diesem Rahmen können Pflegefachkräfte, die sich vor Ort auskennen, oft nützliche Hinweise geben.

Wichtig: Die meisten stationären Pflegeeinrichtungen dürfen nur Menschen aufnehmen, denen im Gutachten des MDK bescheinigt wurde, dass eine vollstationäre Pflege erforderlich ist. Diese "Heimbedürftigkeitsbescheinigung" kann auch ausgestellt werden, wenn die Voraussetzungen für die Stufe I nicht erfüllt sind.

Der Antrag zur Einstufung in eine Pflegestufe muss bei der Pflegekasse gestellt werden.

Weitere wichtige Infos zur Pflege können Sie aus den Richtlinien entnehmen, die wir Ihnen auf unsere Homepage zur Verfügung gestellt haben.

 Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes zur Begutachtung von Pflegebedürftigkeit.pdf