Rentenarten -§ 33 ffSGB VI – Rentenrecht und Rentenarten

Im Bereich des Rentenrechts gibt es unterschiedlichen Rentenarten, die wir hier kurz beschreiben möchten.

Die verschiedenen Rentenarten:

Altersrenten

Nach § 35 ff. SGB VI haben Versicherte Anspruch auf Altersrente, wenn Sie das 65. Lebensjahr vollendet und die allgemeine Wartezeit (in der Regel fünf Jahre, § 50ff. SGB VI) erfüllt haben.

Die Wartezeit muss bei Rentenbeginn vorliegen.

Die Regelaltersrente ist die Regelform der Altersrente.

Langjährig Versicherte können gemäß § 36 SGB VI mit der Vollendung des 62. Lebensjahres Altersrente in Anspruch nehmen, wenn sie die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben.

Menschen mit einer Schwerbehinderung - schwerbehinderte Menschen - haben nach § 37 ff. SGB VI, Anspruch auf Altersrente mit Vollendung des 63. Lebensjahres, wenn Sie die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben.

Eine vorzeitige Inanspruchnahme der Altersrente nach Vollendung das 60. Lebensjahres ist nach § 37 ff. SGB VI möglich.

• Eine vorzeitige in Anspruchnahme einer Rente ist mit möglichen Abzügen verbunden.

Nach § 237 ff. SGB VI können Versicherte, die vor dem 1. Januar 1952 geboren sind, das 60. Lebensjahr vollendet und die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt haben sowie entweder bei Beginn der Rente arbeitslos sind und entweder bei Beginn der Rente arbeitslos sind und nach Vollendung eines Lebensalters von 58 Jahren und 6 Monaten insgesamt 52 Wochen arbeitslos waren oder Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen haben oder die Arbeitszeit aufgrund von Altersteilzeitarbeit für mindestens 24 Kalendermonate vermindert haben, in den letzten zehn Jahren vor Beginn der Rente acht Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit haben, wobei sich der Zeitraum von zehn Jahren um Anrechnungszeiten, Berücksichtigungszeiten und Zeiten des Bezugs einer Rente aus eigener Versicherung, die nicht auch Pflichtbeitragszeiten aufgrund einer versicherten Beschäftigung oder Tätigkeit sind, verlängert, Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit beziehen.

Nach § 237a SGB VI können versicherte Frauen Altersrente in Anspruch nehmen, wenn sie vor dem 1. Januar 1952 geboren sind, das 60. Lebensjahr vollendet haben, nach Vollendung des 40. Lebensjahres mehr als zehn Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit geleistet und die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt haben.

Versicherte können nach § 42 ff. SGB VI ihre Altersrente auch als Teilrente beanspruchen. Diese beträgt ein Drittel, die Hälfte oder zwei Drittel der erreichten Vollrente.

Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit

Die Rente wegen Berufsunfähigkeit wurde durch die Rente wegen Erwerbsminderung mit Wirkung vom 1. Januar 2001 an ersetzt. Der bei der Rente wegen Berufsunfähigkeit geltende Berufsschutz ist entfallen. 

Der Berufsschutz – in der Regel der erlernte Beruf - wurde mit der Rentenreform im Jahr 2001 abgeschafft. Jedoch wurde für Versicherte, die vor dem 02.01.1961 geboren sind – aus Vertrauensschutzgründen – die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit geschaffen. ( § 240 f. SGB VI) Bei dieser Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit, wird der erlangte berufliche Status berücksichtigt.

Differenziert wird zwischen teilweiser und voller Erwerbsminderung.

Teilweise erwerbsgemindert im Sinne des § 43 ff. SGB VI sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein.

Voll erwerbsgemindert im Sinne des § 43 ff. SGB VI sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein.

Voll erwerbsgemindert auch behinderte Versicherte nach § 43 1 Satz 1 Nr. 2, SGb VI, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können und Versicherte, die bereits vor Erfüllung der allgemeinen Wartezeit voll erwerbsgemindert waren, in der Zeit einer nicht erfolgreichen Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Nicht erwerbsgemindert ist, wer unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig sein kann, wobei die jeweilige Arbeitsmarktlage nicht zu berücksichtigen ist, § 43 ff. SGB VI.

Zu dem Vorliegen einer Erwerbsminderung, müssen die Versicherten bei Antragstellung –

  • die allgemeine Wartezeit (5 Jahre) erfüllt haben
  • in den letzten fünf Jahren vor dem Eintritt der Erwerbsminderung 36 Monate Pflichtbeiträge für eine
  • versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit gezahlt haben erfüllt haben um eine Rente wegen (teilweiser oder voller) Erwerbsminderung beanspruchen zu können.

Die Rentenhöhe für Rente wegen voller Erwerbsminderung entspricht der der Altersrente (§ 67 Nr. 3 SGB VI: Rentenartfaktor 1,0). 

Bei der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung beträgt der Rentenartfaktor nach § 67 Nr. 2 SGB VI 0,5.

Renten wegen Todes

Stirbt der Versicherte, sind dessen Hinterbliebene dennoch durch die gesetzliche Rentenversicherung geschützt. Sind Ehegatten, geschiedene Ehegatten oder Elternteile verschollen, gelten sie als verstorben, wenn die Umstände ihren Tod wahrscheinlich machen und seit einem Jahr Nachrichten über ihr Leben nicht eingegangen sind.

Nach § 46 ff. SGB VI kann die grosse oder kleine Witwenrente bzw. Witwerrente beansprucht werden, wenn die Witwe bzw. der Witwer nicht wieder geheiratet hat und der Versicherte die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt hat.

Unter den Voraussetzungen des § 47 ff. SGB VI kann Erziehungsrente beansprucht werden. Nach § 48 ff. SGB VI können Kinder nach dem Tod eines oder beider Elternteile Halbwaisenrente oder Vollwaisenrente in Anspruch nehmen. 

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Die Rechtsmaterie im Zusammenhang mit den Renten in der Rentenversicherung – SBG VI - ist sehr komplex und erfordert eine eingehende Prüfung sowie fundiertes Fachwissen.
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