Verletztenrente oder Unfallrente
Verletztenrente gibt es von den jeweiligen Berufsgenossenschaften für Versicherte nach einem Arbeitsunfall oder bei Berufkrankheit, wenn der Betroffene mindestens ein halbes Jahr lang um mindestens 20 % in seiner Erwerbsfähigkeit gemindert ist.
Die Höhe der jeweiligen Rente richtet sich nach dem Jahresgehalt vor dem Versicherungsfall und beträgt maximal zwei Drittel davon.
 
Voraussetzungen
Die jeweiligen Berufsgenossenschaften zahlen nach einem Arbeitsunfall, Wegeunfall oder Berufskrankheit Verletztenrente, wenn hierdurch die Erwerbsfähigkeit um mindestens 20 % MdE gemindert ist und wenn die Erwerbsfähigkeit länger als 26 Wochen gemindert ist.
 
Minderung der Erwerbsfähigkeit – MdE - weniger als 20 %
Beträgt die Minderung der Erwerbsfähigkeit weniger als 20 %, zahlt die Unfallversicherung nur dann Verletztenrente, wenn die Erwerbsfähigkeit durch weitere Versicherungsfälle zusätzlich gemindert ist: Dabei muss die Minderung der Erwerbsfähigkeit durch die Folgen eines Versicherungsfalls mindestens 10 % betragen und sich eine Minderung der Erwerbsfähigkeit aus allen Versicherungsfällen zusammen von insgesamt 20 % ergeben.
 
Höhe der Rente
(§ 56 SGB VII)
Vollrente
Bei vollständigem Verlust der Erwerbsfähigkeit (Minderung der Erwerbsfähigkeit – MdE – von 100 %) beträgt die Verletztenrente zwei Drittel des vor dem Versicherungsfall erzielten Jahresarbeitsverdienstes.
Teilrente
Bei teilweisem Verlust der Erwerbsfähigkeit richtet sich die Verletzenrente nach der Vollrente und dem Prozentsatz der Minderung der Erwerbsfähigkeit
Jahresarbeitsverdienst
(§§ 82, 85, 86 SGB VII)
Der Jahresarbeitsverdienst umfasst den Verdienst aus den 12 Monaten vor dem Monat, in dem der Versicherungsfall eingetreten ist. Wenn der Verunfallte im abgelaufenen Jahr keinen tatsächlichen Arbeitsverdienst erzielt hat, wird der gesetzlich errechnete Jahresarbeitsverdienst eingesetzt.
Der gesetzlich errechnete Jahresarbeitsverdienst beträgt:
  • für Kinder vor dem 6. Geburtstag: 7.665,-/6.510,- € (West/Ost) (= 25 % der Bezugsgröße)
  • für Versicherte nach dem 15. und vor dem 18. Geburtstag: mindestens 12.264,-/10.416,- € (West/Ost) (= 40 % der Bezugsgröße)
  • für Versicherte nach dem 18. Geburtstag: mindestens 18.396,-/15.624,- € (West/Ost) (= 60 % der Bezugsgröße)
  • für Versicherte nach dem 15. Geburtstag: maximal 61.320,-/52.080,- € (= 200 % der Bezugsgröße)
 
Berechnungsbeispiel:
Bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit – MdE - von z.B. 30 % und einem Jahresarbeitsverdienst von z.B. 36.000, 00 €- errechnet sich die Teilrente wie folgt:
Bruttojahresarbeitsverdienst vor dem Unfall: z.B. 36.000 €
Vollrente = 2/3 des Jahresarbeitsverdienstes: 24.000 € jährlich : 12 = 2.000 € monatlich.
Teilrente bei 30 % MdE der Erwerbsminderung = 30 % der Vollrente: 7.200 € jährlich : 12 = 600,00 € monatlich.
Änderungen vorbehalten!
 
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Die Rechtsmaterie im Zusammenhang mit den Renten in der Unfallversicherung – SBG VII - ist sehr komplex und erfordert eine eingehende Prüfung sowie fundiertes Fachwissen.
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